Radicchio ist ein Salattyp aus Italien, der sich durch knackige Blätter mit einem bitterherben Geschmack auszeichnet. Der Anbau von Radicchio ist nur zu Beginn etwas aufwendiger. Sind die Jungpflanzen einmal ins Beet gepflanzt, gestaltet sich der Kulturverlauf unkompliziert.
Alles Wissenswerte rund um den Anbau finden Sie in dieser Kulturanleitung für Radicchio.
Foto: Bruno Nebelung GmbH
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Sortengruppen des Radicchio je nach Farbe und Form der Salatköpfe
Bei Radicchio werden nach Farbe und Form der Köpfe verschiedene Sortengruppen unterschieden, die nach charakteristischen, bekannten Sorten benannt wurden. 'Indigo' ist eine typische rundköpfige, rote Sorte aus der „Rossa di Chioggia“-Gruppe. Sorten mit länglichen Köpfen wie 'Granato' gehören der „Treviso“-Gruppe an. 'Galileo' ist eine cremefarbene bis hellgrüne Sorte mit roter Sprenkelung aus der Gruppe „Variegata del Castelfranco“. Solche Sorten werden wegen ihrer Färbung auch als Orchideensalat bezeichnet.
Radicchio im eigenen Garten richtig anbauen
Beim Anbau von Radicchio muss zwar einiges beachtet werden, doch ist das Vorhaben insgesamt weder besonders kompliziert noch arbeitsaufwendig. Lediglich als Jungpflanze ist der Radicchio etwas anspruchsvoller. Im weiteren Kulturverlauf gibt er sich dann bis zur Ernte bescheiden.
So geht's:
Radicchio-Samen werden in Töpfen ausgesät. Die optimale Temperatur für Keimung und Anzucht liegt zwischen 16 und 20 °C. Je nachdem ob die Töpfe in einem beheizbaren Gewächshaus oder im Freien stehen, ergeben sich zwei Aussaatzeitpunkte:
Töpfe im beheizbaren Gewächshaus: Aussaat schon ab März möglich
Das Einhalten der Temperaturen ist bei Radicchio wichtig. Temperaturen über 20 °C können nämlich zur Keimhemmung führen, während Temperaturen unter 16 °C bei den Sämlingen und Jungpflanzen einen Kältereiz und damit das Schossen der Pflanzen im Sommer auslösen können.
Für eine möglichst lange Ernteperiode und hohe Erntesicherheit empfehlen wir die satzweise Aussaat alle 2 Wochen bis Anfang Juli.
Radicchio bildet eine Pfahlwurzel und lässt sich ungern verpflanzen. Spätestens nach 3 bis 4 Wochen müssen die Jungpflanzen aber aus ihren Töpfen ins Beet gesetzt werden. Wer kein beheizbares Gewächshaus zur Verfügung und folglich erst Mitte Mai die Radicchio-Samen ausgesät hat, wartet mit dem Aussetzen ins Beet am besten noch die Schafskälte im Juni ab. Die Jungpflanzen werden im Abstand von 25 bis 30 x 30 cm ausgepflanzt. Zunächst bilden sich grüne und weiche Köpfe. Bis zur Erntereife dauert es etwa 3 bis 4 Monate.
Eines der Hauptprobleme beim Anbau von Radicchio ist das Schossen bei kalten Temperaturen. Dies kann durch eine warme Anzucht und einen späten Pflanztermin vermieden werden. Sollte man schon frühzeitig im Freiland pflanzen wollen, empfiehlt es sich, die Pflanzen mit einer oder zwei Lagen Vlies abzudecken.
Neben dem Schossen kann es zu Innen- oder Außenbrand bei den Salatköpfen kommen. Auch eine schlechte Kopffüllung kann auftreten. Durch eine angepasste Stickstoffdüngung können beide Gefahren aber gut vermieden werden.
Erst wenn die Nachttemperaturen ab September kühler werden, färben sich die Salatköpfe des Radicchio langsam zur typisch rot-violetten Farbe um. Geerntet wird, wenn sich unter den grünlichen Umblättern ein festes, gut ausgefärbtes Herz gebildet hat, in der Regel im Zeitraum von September bis Ende Oktober. Radicchio ist bei kühlen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit mehr als 4 Wochen lagerbar. Allerdings wird meist bei langer Lagerung ein Nachputzen notwendig.
KulturKompakt: Alle wichtigen Kulturhinweise für Radicchio im Überblick
Radicchio in der Küche
Radicchio ist sehr gesund. Milder im Geschmack wird Radicchio, wenn man ihn vor dem Anrichten eine halbe Stunde in warmes Wasser legt. Dadurch werden die Bitterstoffe herausgelöst. Wer es nicht gar so bitter mag, aber Radicchio trotzdem gerne roh essen möchte, kann die besonders bitteren weißen Blattrippen entfernen. Auch die Kombination mit Milchprodukten und Obst mildert den bitteren Geschmack.
Gart man Radicchio, werden die Blätter weich, zart-süßlich und behalten nur eine leichte, erfrischende bittere Note. Radicchio kann einfach in der Pfanne in Öl angebraten werden, schmeckt aber auch gut als Gratin und Risotto oder frisch vom Grill. Meist wird er aber roh in Salaten verzehrt, die er sowohl geschmacklich als auch optisch bereichert.
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