Die Kartoffel stammt aus den Anden in Südamerika, wo sie bereits seit etwa 10.000 Jahren in Kultur ist. In Deutschland wurde die „tolle Knolle“ erst ab 1756 auf Befehl des Preußenkönigs Friedrich II. angebaut und ist bis heute eine beliebte Kulturpflanze.
Damit die Ernte ertragreich ausfällt, geben wir in dieser Kulturanleitung für Kartoffeln wichtige Tipps und Hinweise.
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Welche Kartoffelsorte darf es für den Anbau sein?
Die bei uns bekannten Kartoffeln haben meist eine hellbraune Schale und ein weißes bis gelbliches Fleisch. Rotschalige Sorten sind bei uns weniger verbreitet. Ganz selten findet man Kartoffeln mit rotem oder blau-violettem Fleisch. Auch die Form und Größe der Sorten sind recht unterschiedlich.
Für die Verwendung in der Küche ist der Kochtyp der jeweiligen Kartoffelsorte am bedeutsamsten. Insgesamt drei werden unterschieden:
Festkochende Kartoffeln sind auch nach dem Kochen schnittfest. Die Schnittfläche ist glatt und feucht. Diese Sorten eignen sich besonders gut für Salate, Salzkartoffeln, Pellkartoffeln und Gratins.
Mehligkochende Kartoffeln haben einen besonders hohen Stärkegehalt. Sie haben nach dem Kochen eine trockene und grobkörnige Schnittfläche und neigen dazu, beim Kochen aufzuplatzen. Darum sind sie weniger gut als Salz- und Pellkartoffel geeignet. Man verwendet sie bevorzugt als Folienkartoffeln oder für Pürees, Eintöpfe, Knödel und Röstis.
Kartoffeln im eigenen Garten richtig anbauen
So geht's:
Pflanzkartoffeln werden in durchlässigen, warmen Böden gepflanzt. Damit die Knollen gleichmäßiger austreiben, können sie vor dem Pflanzen an einem hellen Ort bei 12 bis15 °C drei bis vier Wochen vorgekeimt werden. Dabei bilden sich kompakte, dunkelgrüne bis rötliche Triebe.
Für die Pflanzung werden 10 cm tiefe Furchen in einem Reihenabstand von 70 cm ausgehoben. Die Pflanzkartoffeln werden im Abstand von 35 cm in die Furchen gelegt und mit Erde abgedeckt. Nicht vorgekeimte Knollen, die Ende April ausgelegt werden, erreichen die Erdoberfläche erst Ende Mai nach den letzten Frösten. Werden die Kartoffeln vorgetrieben oder früher gepflanzt, sollte man die Reihen zur Sicherheit mit einem Vlies abdecken, um ein Abfrieren der Triebe bei späten Nachtfrösten zu vermeiden.
Um den Ernteertrag zu erhöhen, empfiehlt sich das Anhäufeln der Jungpflanzen. Dazu wird die Erde an den Pflanzen zu einem 20 cm hohen Damm zusammengeschoben, ohne die Triebe zu beschädigen. An dem mit Erde bedeckten Teil des Stängels bilden sich dann neue Wurzeln und auch Knollen, wodurch die Ernte reicher ausfällt.
Die Qualität des Erntegutes hängt stark von der Düngung ab. Eine ausgewogene Versorgung der Pflanzen mit Kalium und Magnesium verbessert die Pflanzengesundheit und die Lagerfähigkeit der Kartoffeln. Zuviel Stickstoff verzögert dagegen den Reifprozess und macht die Pflanzen anfällig. Tritt in dem Zuge ein Befall mit Kartoffelkäfern auf, müssen die Käfer und Larven umgehend mit der Hand abgesammelt werden.
Kartoffeln sind bereit für die Ernte, wenn das Laub vollständig abgestorben und trocken ist. Dann haben die Knollen eine feste, widerstandsfähige Schale und lösen sich leicht von den Pflanzen, ohne Schaden zu nehmen. Eine Ausnahme sind Frühkartoffeln. Sie können portionsweise für den sofortigen Verzehr geerntet werden, auch wenn das Laub noch grün und die Schale dünn und weich ist.
Die Lagerung sollte kühl und dunkel erfolgen. Je nach Sorte kann man die Kartoffel langfristig oder nur kurz lagern:
Sehr frühe Sorten haben eine Kulturzeit von etwa 100 bis 110 Tagen und werden bereits im Juli geerntet. Sie sind nicht lagerfähig.
Frühe Sorten können im Juli und August nach 110 bis 130 Tagen geerntet werden. Sie sind bis zum Herbst lagerfähig.
Mittelfrühe Sorten sind nach 130 bis 150 Tagen reif und werden ab August geerntet. Sie eignen sich für die Lagerung bis zum Frühjahr.
Späte Sorten sind erst nach 150 bis 170 Tagen erntereif. Die Kartoffeln werden im September und Oktober aus der Erde geholt. Sie sind besonders lange haltbar und können bis zum Frühsommer gelagert werden.
KulturKompakt: Alle wichtigen Kulturhinweise für Kartoffeln im Überblick
Kartoffeln in der Küche
Von der Kartoffelpflanze werden nur die Knollen verzehrt. Die Samen in den Beeren, die sich aus den Blüten bilden und Tomaten ähneln, sind für den Menschen leicht giftig. Dies gilt auch für die anderen grünen Teile der Pflanze und sogar für Knollen, die zu keimen begonnen haben.
Kartoffeln enthalten Vitamine und Mineralstoffe, sind arm an Kalorien und reich an Stärke. Diese kann vom menschlichen Körper allerdings besser in gekochter Form verarbeitet werden. Leider gehen dadurch viele Vitamine und Mineralstoffe verloren.
Kartoffeln können in der Küche auf verschiedenste Weise verwendet werden. Als Sättigungsbeilage ist zum Beispiel die Salzkartoffel aus der deutschen Küche nicht mehr wegzudenken. Doch auch die anderen Varianten erfreuen sich großer geschmacklicher Beliebtheit, egal ob Kartoffelbrei aus mehligkochenden Kartoffeln mit Milch und Röstzwiebeln, Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Speck, Pommes und Kroketten oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus.
Sie möchten wissen, wie Sie mit Kulturproblemen beim Anbau von Kartoffeln umgehen?
Es wird erklärt, welche Symptome Kartoffeln bei einem Befall zeigt, wie Sie vorbeugen und Schädlinge bekämpfen können.
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