Gründünger
Verbesserung der Bodenqualität im Garten
Gründünger trägt wesentlich dazu bei, die Qualität von Gartenböden spürbar zu verbessern. Der Anbau spezieller Gründüngungspflanzen fördert die Bodenstruktur, unterstützt das Bodenleben und sorgt für eine natürliche Nährstoffversorgung.
Gründünger bezeichnet Pflanzen, die den Boden begrünen und mit ihren tief reichenden Wurzeln lockern. Dabei ist die eigentliche Düngung nur ein Nebeneffekt: Besonders Schmetterlingsblütler wie Lupinen und Klee binden Stickstoff aus der Luft und reichern den Boden mit Nitrat an. Die Pflanzen verbessern vor allem die Bodenstruktur, indem sie schwere und verdichtete Böden auflockern. Nach dem Absterben oder Abhacken der Pflanzenreste dienen diese als Nahrung für Regenwürmer und andere Bodenorganismen, was den Humusaufbau fördert.
- Tief reichende Wurzeln lockern den Boden und brechen Verdichtungen auf
- Die Pflanzendecke schützt den Boden vor Erosion und Verschlämmung
- Unkrautwachstum wird durch die dichte Begrünung unterdrückt
- Abgemähte Pflanzenreste wirken als Mulch und verbessern die Bodenfruchtbarkeit
- Schmetterlingsblütler reichern den Boden mit Stickstoff an
- Einige Pflanzen, wie Studentenblumen (Tagetes), vertreiben Schädlinge wie Fadenwürmer
- Blühende Gründüngungspflanzen locken Bienen und andere Bestäuber an
Zu den häufig eingesetzten Gründüngungspflanzen zählen:
- Kreuzblütler wie Gelbsenf, Ölrettich und Winterraps
- Bienenfreundliche Arten wie Studentenblume, Bienenfreund, Ringelblume und Sonnenblume
Je nach Pflanzenart erfolgt die Aussaat von März bis Oktober. Die Fläche wird ähnlich wie für eine Rasenaussaat vorbereitet: Grobes Unkraut wird entfernt, der Boden mit einem Kultivator gelockert und mit einer Harke geglättet. Das Saatgut wird breitwürfig von Hand oder mit einem Streuwagen ausgebracht und anschließend flach eingearbeitet, beispielsweise mit einer Heuharke oder Rasenwalze. Bei Trockenheit ist eine regelmäßige Bewässerung wichtig, um eine gleichmäßige Keimung zu gewährleisten.
Zur Förderung der Aktivität der stickstoffbindenden Knöllchenbakterien empfiehlt sich bei Schmetterlingsblütlern die Zugabe von Algenkalk oder Steinmehl.
Vor der Samenreife werden die Pflanzen abgemäht und als Mulch auf der Fläche liegen gelassen. Die Vegetationszeit beträgt je nach Art fünf bis zehn Wochen, wobei überwinternde Sorten auch länger stehen bleiben können. Ein zu frühes Mähen reduziert die Wirkung der Gründüngung.
Nicht winterharte Pflanzen können den Winter über stehen bleiben und werden im Frühjahr eingearbeitet. Höhere Pflanzen mit verholzten Stängeln sollten besser kompostiert werden, um Fäulnis zu vermeiden.
Zur Vorbeugung von Bodenmüdigkeit und Krankheiten sollten Gründüngungspflanzen nicht aus derselben Pflanzenfamilie wie die Hauptkultur stammen. Beispielsweise sollten Kreuzblütler wie Gelbsenf oder Winterraps nicht auf Kohlbeeten ausgesät werden, und Leguminosen wie Lupinen oder Klee nicht vor oder nach Erbsen und Bohnen. Für einmalige Aussaaten bieten sich auch Gründüngungsmischungen an, die verschiedene Pflanzenarten kombinieren.
Gründünger stellt eine natürliche und effektive Methode dar, um den Gartenboden gesund und fruchtbar zu erhalten. Vielfältige Gründüngungsmischungen unterstützen die nachhaltige Bodenpflege und fördern ein vitales Wachstum.