Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten ist eine gefürchtete Pflanzenkrankheit, die ganze Tomatenbestände vernichten kann. Besonders bei feuchter Witterung und zunehmend kühleren Nächten mit Taubildung zum Ende des Sommers kann der Befall schnell und stark auftreten. Befallene Pflanzen sterben meist im August / September ab und die fast reifen Früchte verfaulen vor der Ernte.
Der Erreger
Phytophthora infestans befällt Tomaten und Kartoffeln. Es ist eine Übertragung von Kartoffeln auf Tomaten und umgekehrt möglich. Seit einigen Jahren treten im Kartoffelanbau verstärkt Formen des Pilzes auf, die sich durch widerstandsfähige, mit dem Wind verbreitete Dauersporen (Oosporen) vermehren. Diese Stämme sind besonders aggressiv. Sie vermehren sich besonders stark in der Wirtspflanze und bilden schon nach 3 bis 4 Tagen neue infektiöse Sporen. Dadurch erfolgt die Ausbreitung im Pflanzenbestand besonders schnell.
Symptome
Als erste Symptome der Kraut- und Braunfäule an Tomaten treten kleine Blattflecken auf und ein weißlicher Pilzbelag an der Blattunterseite. Die Blätter rollen sich nach unten ein und vertrocknen. Dann bilden sich braune bis schwarze, abgestorbene Stellen an den Stängeln. Befallene Früchte werden braun und verfaulen.
Die Pflanzen sterben vor der Tomatenernte ab.
Schutz vor Infektion
Durch eine optimale Kulturführung können Sie das Risiko einer Infektion minimieren. Der Pilz kann die Pflanzen nämlich nur befallen, wenn die Blätter über einen Zeitraum von mehr als 3 Stunden nass sind. Achten Sie darauf, dass die Tomatenblätter beim Gießen trocken bleiben. Das ist leichter, wenn Sie die unteren, bodennahen Blätter entfernen. Regelmäßiges Ausgeizen und weite Pflanzabstände lockern die Bestände auf und ermöglichen eine gute Luftzirkulation. Dadurch trocknen die Blätter schneller ab.
Im Gewächshaus müssen Sie regelmäßig lüften, um zu hohe Luftfeuchtigkeit und auf die Blätter tropfenden Kondenswasser zu vermeiden. Im Freiland können die Tomaten durch ein Dach vor Regen geschützt werden. Eine ausgewogene Düngung stärkt die Widerstandskraft der Pflanzen. Vermeiden Sie einseitig stickstoffbetonte Düngung. Die Tomaten brauchen auch Magnesium, Kalium und Spurenelemente um gesund zu wachsen. Besonders wichtig ist Calcium. Es trägt unter anderem zur Stärkung der Zellwände bei. Verwenden Sie am besten einen speziellen Tomatendünger. Er enthält die notwendigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis.
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Auch tolerante Sorten schützen
Es gibt einige Tomaten-Sorten, die tolerant gegen den Befall mit Kraut- und Braunfäule sind. Sie werden erst spät und bei hohem Befallsdruck infiziert und zeigen nur wenige, leichte Krankheitssymptome. In Anbauversuchen waren Sorten bis in den September hinein fast symptomlos und brachten gute Erträge, während anfällige Sorten bereits vor der Ernte abstarben. Die neuen Erregerstämme könnten die toleranten Tomatenpflanzen aber stärker schädigen. Schützen Sie darum unbedingt auch tolerante Sorten in dem Sie sie unter optimalen Kulturbedingungen pflegen. Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung und ausreichend weite Pflanzabstände. Vermeiden Sie, dass die Blätter länger als zwei Stunden nass sind.
Was tun bei Befall?
Entdecken Sie befallene Pflanzen in Ihrem Bestand, entfernen Sie sie sofort! Die Krankheit kann innerhalb weniger Tage alle Ihre Tomatenpflanzen abtöten. Entsorgen Sie die Pflanzen über den Hausmüll. Infiziertes Pflanzenmaterial darf auf keinen Fall auf der Kulturfläche bleiben oder in den Kompost gelangen.
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